Warum färben sich die Blätter im Herbst?

Gelb, rot, braun – im Herbst wird es nicht nur im Wald bunt. In diesem Beitrag erfährst Du, warum das so ist.

Chloro … was?
Dunkel aus der Schulzeit bekannt ist dir vielleicht der Begriff Chlorophyll. Diese grünen Dinger finden sich in Organismen, die Photosynthese betreiben. Chlorophyll sorgt dafür, dass die Blätter grün aussehen.

Ab in den Wintermodus
Wenn die Tage kürzer werden, merkt der Baum das unter anderem dadurch, dass er weniger Licht abbekommt. Er lagert Chlorophyll aus den Blättern aus und in den Wurzeln und Ästen ein. Nun siehst du die gelben, roten und orangefarbenen Pigmente, die immer in den Blättern sind, aber sonst vom Chlorophyll verdeckt werden: die sogenannten Carotinoide und Xantophylle. Für das Rot sorgen Anthozyane.

Und warum fallen die Blätter ab?
Letztlich schließt der Baum den Wasserhahn – zumindest die Leitung zu den Blättern. Zwischen Zweig und Blattstiel bildet sich ein Trenngewebe, das verkorkt. Wenn der Wind kommt, fallen die Blätter ab, weil sie nicht mehr mit dem Baum verbunden sind.

Fallen bei allen Bäumen die Blätter ab?
Bei Eichen und Buchen bilden sich statt eines Trenngewebes Zellen, die die Wasserleitung zum Blatt verstopfen. Da muss schon ein größerer Sturm kommen, um die alten Blätter vom Baum zu fegen. Meist hängen sie dann bis zum Frühjahr.

Und warum die ganze Arbeit?
Ganz einfach: Der Baum würde sonst verdursten. Im Winter steht ihm viel weniger Wasser aus der Erde zur Verfügung, die Blätter würden aber immer weiterarbeiten, bis der Baum verdurstet. Er sichert also sein Überleben, indem er die Blätter abwirft.

Und was passiert mit dem „Abfall“?
Anders als in den Städten, arbeitet im Wald eine ganze Armada an kleinen Lebewesen, um das Laub in Humus zu verarbeiten. Das ist das waldinterne Recyclingsystem 😉 Und der sorgt wiederum für ein gutes Wachstum der Bäume.